Ganzheitlichkeit

Physische Fitness - Ein Zugang zur ganzheitlichen Fitness

Von Monique Zimmermann, Senior Consultant /

Gemäss der Darwin’schen Evolutionstheorie bedeutet „Survival of the Fittest“, dass jene Individuen oder Gattungen die grösste Überlebenschance haben, die sich am besten der Umwelt und den äusseren Herausforderungen angepasst haben. Da die Menschheit zu einem sehr grossen Teil nicht mehr einem täglichen Überlebenskampf ausgesetzt ist, war es an der Zeit, den Begriff der Fitness neu zu interpretieren. Es ist nicht mehr unser Ziel, «bloss zu überleben», sondern dieses Leben so sinnhaft und erfüllend zu gestalten wie nur möglich. Ganzheitlich fit zu sein bedeutet demnach, die eigenen Voraussetzungen, ein erfüllendes Leben führen zu können, zu maximieren. 

Ein wichtiger Teil der ganzheitlichen Fitness ist (neben der emotionalen, mentalen und spirituellen) die physische Fitness. Diese 4 Ebenen sind untrennbar miteinander verbunden. Nur wenn ich physisch fit bin, erreiche ich auf mentaler Ebene eine bessere Fokussierung, bin auf emotionaler Ebene in der Lage, in Beziehung zu treten und habe auf spiritueller Ebene mehr Energie und Orientierung. Nicht umsonst ist der Satz «mens sana in corpore sano» zeitlos. Das verfügbare theoretische Wissen über physische Fitness ist groß. Oft wissen wir, wie wir fit werden können und auch, dass ein Nebenprodukt von physischer Leistungsfähigkeit Wohlbefinden und Energie sind. Wer wollte darauf schon verzichten?

Tatsächlich stellen wir bei Top-Führungskräften oft fest, dass sie recht gut wissen, wie sie am besten trainieren und ihre Leistungsfähigkeit steigern. Der Haken ist nur: Nicht nur unsere Leistungsfähigkeit und Aktivität sind für ein ausgefülltes Leben entscheidend – ebenso wichtig ist Erholung. Hier ist das Wissen oft dünner: Wie erreichen sie Erholung, vor allem in Zeiten, die durch enormen Druck und grosse Herausforderungen geprägt sind?

Die optimale Physis – demnach eine Mischung aus Leistungs- und Erholungsfähigkeit – stellt neben einer stabilen psychischen Verfassung eine zentrale Voraussetzung dar, um diesen täglichen beruflichen und privaten Herausforderungen gewachsen zu sein. Ob ich diesbezüglich optimal aufgestellt bin, spüre ich daran, wie viel Energie ich für deren Bewältigung habe, wie schnell ich mich nach stressigen Phasen wieder erhole und wie schnell ich meine Energiespeicher auffüllen kann. All das hat einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im Unternehmen sowie im Leben allgemein. Nachhaltige Leistungssteigerung in der physischen Fitness (analog zu allen anderen Fitness-Ebenen) gelingt also durch eine Variation zwischen Aktivierung und Erholung, dem sogenannten «Wellenschlagen». «Downtime is productive time», auch diesen Glaubenssatz gilt es im alltäglichen Schaffen zu suchen und zu leben.

Immer wieder kommen neue Fitnessprogramme auf den Markt. Ich selbst durfte vor einiger Zeit ein Konzept testen, was mich im Sinne von «Wellenschlagen und Balance» absolut überzeugt hat, da es seine Stärke genau darin hat, neben der Aktivierung ebenso auf die Erholungsphasen zu achten.

Simon und Nora Kersten sind die Gründer von AthleticFlow. Sie haben ein einzigartiges Konzept entwickelt, welches Aktivierung & Ruhe zugleich beinhaltet. Der Kurs kombiniert das Beste zweier Welten: High-Intensity & Yoga Flow. Das Herz-Kreislauf-System wird auf Touren gebracht, die Muskulatur gestärkt, Flexibilität, Balance & Fokus und damit die innere Mitte stabilisiert. Dies bringt einen ganzheitlichen Athleten hervor. Simon und Nora gehen mit diesem Konzept auf die Ansprüche der aktuellen VUCA-Welt ein; eine Welt mit viel Veränderung, Unsicherheit und gleichzeitig Unmengen an Ansprüchen. Die Lösung ist: Balance & Ganzheitlichkeit. Die beiden Welten werden bewusst nicht miteinander vermischt, sondern bleiben – angelehnt an die Analogie des Wellenschlagens – separat: Alles kommt zu seiner Zeit und es ist eine Kunst, sowohl die Anstrengung als auch die Erholung zu beherrschen. 

Das kann bedeuten, in ruhigen Zeiten tief ein- und auszuatmen, auf dem Heimweg eine Station eher auszusteigen und achtsam die letzte Etappe zu Fuss zurückzulegen, die Treppe dem Fahrstuhl vorzuziehen oder mit offenen Augen durchs Leben gehen und das Schöne – groß oder klein – bewusst zu genießen. Es kann bedeuten, die Gedanken schweifen zu lassen, um dann, wenn es darauf ankommt, wieder vollkommen präsent sein zu können. Die Erholung ist also nicht «unproduktiv», sondern ganz im Gegenteil der «Treibstoff» für neue Höchstleistungen: Inne zu halten, hält fit, bereitet auf weitere Herausforderungen vor und schafft Raum für Kreativität und Träume. Wir können auf diese Art und Weise unsere Energie lenken und gezielter in der Welt wirksam werden.

Für ein ausgefülltes und ganzheitliches Leben empfehlen wir, die Wellen durch das permanente „Oszillieren“ möglichst klein zu halten. Wenn wir die Analogie der Welle auf eine Woche beziehen, heißt das, nicht erst bis zum Wochenende zu warten, bis wir uns Ruhe gönnen oder uns körperlich aktivieren.  

Richard Branson, der Gründer der Virgin-Group, sagte einmal: „Clients do not come first. Employees come first. If you take care of your employees, they will take care of the clients”. Haben Führungskräfte dieses Denken verinnerlicht, sind sie besser für unser sich stetig wandelndes Umfeld gewappnet. Ein wichtiger Teil des „taking care“ ist dann im gesamten Umfeld, sowohl privat als auch beruflich, die ganzheitliche Fitness. Für Ihre Leute, um die Sie sich kümmern (take care) wollen, sind Sie ein wichtiges Vorbild: Wie behandeln Sie sich und Ihren Körper selbst? Leben Sie das «Wellenschlagen» aktiv vor und incentivieren Sie es bei Ihren Leuten? Welche Veränderungen wollen Sie vorantreiben? Welche Gewohnheiten werden sie noch ergänzen oder fallen lassen? Wie schaffen Sie es als Führungskraft, bei Ihren Mitarbeitern eine ganzheitliche Fitness anzuregen?

Wir wünschen Ihnen eine schwungvolle, bewegte und ganzheitlich fitte Woche.

Ihr Manres Team