Self-Leadership

F*** off Sorgen – Der Umgang mit dem Fantasiemonster

Von Dominik Probst, Principal /

Haben Sie eine Minute Zeit? Dann würde ich Sie gerne auf einen kurzen Helikopterflug entführen, in die weite Welt Ihrer Phantasien und Kognitionen. Genauer gesagt überfliegen wir nur den dunklen Ort, an welchem Ihr Fantasiemonster wohnt. Der Ort, an welchem aus Gedankenfetzen und kopfeigenen Fake News handfeste Sorgen & Ängste in unserem Alltag entstehen. 

Doch was sind eigentlich Sorgen?

Das Gefühl der «Sorge» beschreibt ein durch vorausschauende Anteilnahme gekennzeichnetes Verhältnis des menschlichen Subjektes zu seiner Umwelt und zu sich selbst. 

So weit so gut… Eigentlich sogar sehr hilfreich… Besonders dann, wenn Ihr Alltag als GrossstadtheldIn geprägt ist von Situationen, welche Sie Leib und Leben kosten könnten…

Aber was hat das mit Fake News zu tun? Und wo bleibt das versprochene Coaching?

Wie immer, wenn ein Thema nachhaltig angepackt werden soll, braucht es ein fundiertes Verständnis der vermeintlichen Sachlage (Stand des Irrtums), aufgrund welcher dann Entscheide getroffen werden können. Aber funktionieren wir Menschen wirklich so rational? Und wie sieht es mit Blick auf das Thema Sorgen aus? 

Um das beantworten zu können, begeben wir uns wieder an den dunklen Ort in unserm Kopf, den Ort, an dem das Fantasiemonster wohnt. Hier in seiner Höhle kreiert das Fantasiemonster konstant Sorgen oder wie oben genannt vorausschauende Anteilnahmen. Aber Anteilnahme an was genau?  Vorausschauende Anteilnahme bezüglich Situationen, welche uns tatsächlich bedrohen? Den lauernden Säbelzahntiger oder was ist es? 

«People spend most of their lives worrying about things that never happen.» Molière (1644)

So! Und ab hier sind sie gefragt! 

Beantworten Sie einmal in Ruhe für sich: Auf was beziehen sich Ihre vorausschauenden Anteilnahmen wirklich? Was macht Ihnen Sorgen? Haben Sie das virtuell-kognitive Horrorszenario schon einmal dezidiert zu Ende gedacht? Nein?  Dacht’ ich’s mir doch…

Warum ist das wohl so? Warum lassen wir uns so von unseren Sorgen an der Nase herumführen ohne genau zu wissen, was weder Ursprung noch vermeintliches Ende der mentalen Geschichte ist? 

Eine Ursache dafür ist die Überzeugung, dass unsere Gedanken, Sorgen und Ängste auf der Grundlage rationaler Überlegungen beruhen. Dieser fundamentale Irrtum, dass wir Menschen rational denkende und handelnde Wesen sind, lässt uns in Form eines falschen Schlussfolgerungsprozesses –mehr unbewusst als bewusst –glauben, auch unsere Sorgen und Ängste seien das Resultat stringenter Logik. Typisch hausgemachte Fake News halt… Dabei ist es so, dass die Frage, wie genau sich Gedanken, kognitive Muster, Glaubenssätze, Werte oder – auf einer noch konsolidierteren Ebene –die erlebten Ich-Strukturen zusammensetzen, aktuell von niemandem exakt beantwortet werden kann. 

Falls Sie jetzt verwirrter sind als vorher (gut! Das bedeutet, dass die Welt nicht so einfach ist, wie wir manchmal tun) und sich fragen, was jetzt all das sowie die ganzen hausgemachten Fake News des Fantasiemonsters für mich und für Sie bedeuten? Hier als Abschluss das versprochene Coaching in 3 Schritten:

1.Behandeln Sie Ihre Fantasien nicht so, als wären diese Realität. 

2.Lassen Sie niemals zu, dass Sorgen oder Ängste Sie plagen, ohne dass Sie die (irrationale) Geschichte dahinter für sich gänzlich ausformuliert haben. 

3.Betrachten Sie die ausformulierten Irrationalitäten Ihres Fantasiemonsters aus der Helikopterperspektive. Je abstrakter es Ihnen gelingt darüber nachzudenken, desto schneller werden Sie Herr der Lage sein.

Weiterhin viel Erfolg auf dem Weg der persönlichen Entwicklung mit hoffentlich etwas weniger Sorgen wünscht Ihnen Ihr Manres Team